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Große Exkursion: Physische Geographie Mallorcas

13.04.2026

In Naturschutzgebieten, Höhlen und Gesprächen mit lokalen Expert*innen lernten die Studierenden die Insel abseits des Partytourismus kennen.

Mallorca aus physisch-geographischer Perspektive erkunden: Auf unserer großen Exkursion, erlebten unsere Studierenden (Bachelor- und Lehramtsstudiengänge) mit David Gampe und Thomas Mayer die geologische Geschichte der Insel kennen, untersuchten die Dynamiken von Wasserknappheit und Waldbränden und diskutierten Mallorcas Wandel von einem Hotspot für Party-Tourismus hin zu einem nachhaltigeren Reiseziel.

Highlights aus dem Gelände

Küstengeomorphologie
Mallorcas Calas – lange, schmale Buchten, die in steile Täler eingeschnitten sind – sind ehemalige Flusstäler, die durch den postglazialen Meeresspiegelanstieg überflutet wurden. Calas bzw. Rias kommen im gesamten Mittelmeerraum vor, sind aber auf Mallorca besonders ausgeprägt.

Karstsysteme
Mallorca ist ein Paradebeispiel für Karstlandschaften: Verwitterung und Lösungsprozesse formen den Kalkstein der Insel kontinuierlich um und schaffen typischen Karstformen wie Dolinen und Höhlen.

Feuchtgebietsökosysteme
Das Naturschutzgebiet S’Albufera ist das größte Feuchtgebiet der Balearen. Frühere Versuche, die nährstoffreichen Böden für die Landwirtschaft trockenzulegen, scheiterten – heute beherbergen die vielfältigen Salz-, Süß- und Brackwasserlebensräume eine große Vogelpopulation.

Herausforderungen der Wasserknappheit
Mallorca verfügt kaum über permanente Oberflächengewässer, abgesehen von zwei kleinen Stauseen und episodischen Gewässern. Der Tourismus erhöht den Wasserbedarf allerdings erheblich und führt besonders in der Hochsaison regelmäßig zu Engpässen. Daher versucht Mallorca, Overtourism einzudämmen und nachhaltigere Praktiken zu fördern.

An Feuer angepasste Ökosysteme
Steineiche und Aleppo-Kiefer sind prägende Arten der mallorquinischen Landschaft. Beide sind stark an Feuerregime angepasst: Die Steineiche ist äußerst feuerresistent, während die Aleppo-Kiefer Hitze benötigt, um ihre Zapfen zu öffnen und Samen freizusetzen. Diese Ökosysteme sind auf Brände als Teil ihrer Regeneration angewiesen. Zunehmend häufige, menschengemachte Feuer stören jedoch das natürliche Gleichgewicht, zerstören die Keimbetten und stellen eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem dar.

Geographische Exkursionen sind immer eine hervorragende Gelegenheit, Regionen aus neuen Perspektiven zu erleben. Auf Mallorca, einer Insel, die viele von uns bereits aus dem Urlaub kennen, waren vor allem die direkten Einblicke in die Auswirkungen des Tourismus sowie das Kennenlernen einzigartiger und gefährdeter Ökosysteme besonders wertvoll.

  1. Cala auf Malllorca
  2. Klippe auf Mallorca
  3. Klippe auf Mallorca
© David Gampe
© David Gampe
© David Gampe